Gänsewiese

Veröffentlicht am 23.07.2023 in Allgemein

Waldenbuch war nie nur Waldenbuch.

Waldenbuch ist auch Glashütte, Hasenhof, Kalkofen, Weilerberg, Sonnenhang usw.

Wie die meisten Städte ist es gespickt mit Namen für die verschiedenen Gebiete, die sich oft aus dem jeweiligen Grund und Boden ergeben, auf dem sie gebaut wurden.

Wenn Sie schon länger in Waldenbuch leben, kennen Sie die Gebiete, die als Liebenau, Kühäcker oder Siegelhütte bekannt sind.

Um nur einige zu nennen.

Ein weiterer Ort liegt zwischen der stark befahrenen Nürtinger Straße und der Aich. Das ist, wie die meisten Leute wissen, die Gänsewiese.
Der Grund, warum sie so heißt, ist längst vergessen. Es gibt dort keine Gänse, nur gelegentlich Enten.

Wenn ich mit Leuten spreche, die in den 50er und 60er Jahren in Waldenbuch aufgewachsen sind, dann sind das Kindheitserinnerungen an die Molkerei oder das Milchhäuschen, wo man Milch in eine Alukanne füllen lassen konnte, die oft erwähnt wird. Die Kinder von damals denken gerne an die Sahnetüten, die man dort für 10 Pfennig kaufen konnte und an den herrlich überwältigenden warmen Milchgeruch, der einem entgegenschlug, wenn man das Gebäude betrat. Menschen, die sich abmühen mussten, um über die Runden zu kommen, waren über die unverkäuflichen letzten Käsestücke froh, die am Ende des Arbeitstages verschenkt wurden.

Vor ein paar Jahren sprach ich mit einem älteren Waldenbucher, der in der Vorderen Seestraße aufgewachsen ist. Er erzählte mir einige sehr “pikante” Geschichten darüber, wie er und seine Freunde in ihrer frühen Jugend im Dunkeln, auf der Gänsewiese, Liebespaare belauschten. Sie standen an seinem offenen Schlafzimmerfenster und lauschten kichernd den charakteristischen Geräuschen, die vom Flussufer herkamen. Er war weit über 80 Jahre alt, aber er musste immer noch lachen, als er mir seine Geschichten erzählte.

Auf dem Heimweg von der Schule gab es zeitweise den Schiffsspielplatz zum Spielen.
Es war ein wunderbarer Ort, um die Zeit zu verbringen, bevor man nach Hause gehen musste, um seiner Mutter zu sagen, dass man eine 6 in Mathe hatte. Aber die Nähe zur gefährlichen Nürtinger Straße machte den Spielplatz mit zunehmendem Verkehrsaufkommen weniger attraktiv.

In einigen Gärten im Städtle wachsen Kastanienbäume, weil die Kinder die stacheligen Früchte der drei Baumriesen am Ufer der Aich auf dem Heimweg von der Schule sammelten und Nachhause brachten, um sie stolz ihren Eltern zu präsentieren. Alle drei meiner Kinder haben das getan.
Ich habe sie immer heimlich in die Büsche im Garten geworfen, wo immer noch eine Kastanie versucht, zu wachsen. Wenn mein Mann sie nicht regelmäßig abschneiden würde, wäre sie schon ein großer Baum.

Leider beginnt die Gänsewiese ihre Identität zu verlieren. Die Bushaltestelle, die früher "Gänsewiese" hieß, heißt jetzt "Altstadt" und unsere kleine Statue einer erschrocken dreinblickenden, aber nicht minder stolzen Gänseliesel, verliert langsam ihr Sandsteingesicht, während sie von den meisten Menschen unbemerkt auf ihrem kleinen Podest bröckelt.

Es wird Zeit, dass die Gänsewiese und ihre Schirmherrin Gänseliesel etwas mehr ins Rampenlicht gerückt werden

Wir haben Pläne für die Gänseliesel und ihr kleines Reich am Fluss.

In der Zwischenzeit würden wir gerne Ihre Erzählungen über die Gänsewiese hören. Waren Sie jemals in der Molkerei? Haben Sie jemals dort im Fluss gespielt?
(Ich persönlich bin davon überzeugt, dass sich dort früher die Waldenbucherinnen zum Wäschewaschen getroffen haben, denn es war vom Unteren Tor aus bequem zu erreichen. Aber das lässt sich historisch nie beweisen, weil das alltägliche Kommen und Gehen der einfachen Bürger selten dokumentiert ist).

Als das Städtle noch einen dörflichen Charakter hatte und die Nürtinger Straße keine Hauptverkehrsstraße war, spielte die Gänsewiese da eine andere Rolle als heute?

Kann sich jemand, abgesehen von einer kurzen Phase Anfang der 90er Jahre, an Gänse auf der Gänsewiese erinnern?

Wir würden uns freuen, Ihre Geschichten zu hören, bevor sie verschwinden.

Heutzutage steigen die Leute von auswärts an der Nürtinger Straße aus dem Bus, überqueren die Straße, gehen über eine kleine Wiese und dann über die Brücke auf der Suche nach dem Schloss, ohne zu wissen, dass dieses Fleckchen Erde Gänsewiese genannt wird.

Elaine Rauhöft

 
 

Zufallsfoto

Siegfried Schulz - Gerechtigkeit

     

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