Leserbrief von Heidrun Rohse in den Waldenbucher Stadtnachrichten

Veröffentlicht am 08.04.2014 in Gemeindenachrichten

In der letzten Ausgabe unserer Stadtnachrichen vom 04.04.2014 wurde in der Rubrik "Stimmen aus unserer Stadt" ein interessanter Leserbrief von Heidrun Rohse veröffentlicht. Thema war der "Kreisel" Tübinger Str./Gartenstr.. Es gab schon etliche positive Rückmeldungen.

Apothekenkreisel

 

Da dachte man doch, nur andere Gemeinden hätten Kreisverkehre, über die man sich lustig macht. So wie z. B. der Solkreisel am Ortseingang von Steinenbronn, der mehr oder weniger nur ein Schotterhaufen mit Unkraut und hohen Gräsern ist. Auch Weil hat einen innerörtlichen Kreisel mit drei Meter hohem Schotter und drei quergelegten Baumstämmen zu bieten, dessen Hässlichkeit sich nur wenig durch ein paar mühsam in steilen Schotter gepflanzten Stauden abmildern ließ.  Jetzt hat Waldenbuch auch so einen „Hingucker“, wie eine Zeitung schrieb,  einen monotonen, monströsen Tafelturm zwangsweise thronend auf regierungspräsidialem Schotterhügel. Gefallen tut das niemand. Was auch nicht verwunderlich ist, war doch das Kunstwerk  ursprünglich für einen ganz andern Ort mit modernem, großzügigen Ambiente konzipiert und tut sich nun auf seinem Hügel inmitten der umliegenden, kleinstädtischen und jetzt klein aussehenden Häuser schwer, nicht deplaziert zu wirken.

Wie kam es dazu?, wird sich sicher so mancher fragen. Wollte da eine kleine Stadt ganz groß raus...? Bekannt ist sicher, dass die Firma Ritter Sport nach umfänglichen Umbauten auf ihrem Gelände das Kunstwerk übrig hatte und auf die Idee kam, es der Stadt als Dauerleihgabe zu überlassen, anstatt es einzumotten. So weit so gut und dies hätte sicher eine win-win-Situation für beide Seiten begründen können. Ja wären da nicht die vom Regierungspräsidium geforderten Sicherheitsauflagen. Der 5,80 Meter hohe Schokotafelturm musste daher auf einen zwei Meter hohen Schotterhügel, damit ein eventuell auffahrender Autofahrer maximal abgebremst werden kann. Man darf den Schotter auch nur punktuell gegen Bepflanzung mit Erde ersetzen, da Erde nicht so gut bremst. 

Dies alles war dem Gemeinderat und Bürgermeister bekannt und so gingen die Meinungen für und gegen das Aufstellen der Stele in der Gemeinderatsausschusssitzung quer durch die Fraktionen. Meine Warnung vor einem ähnlichen Aussehen eines solchen Kreisels wie die beiden zu anfangs beschriebenen, fand in besagter Sitzung – ich sollte dort mein Bepflanzungskonzept vorstellen – leider kein Gehör. Da man sich auch keinen alternativen Standort vorstellen konnte, an dem man den Schokoturm ebenerdig hätte aufstellen können, glaubte schließlich eine Mehrheit das Angebot der Firma Ritter nicht ablehnen zu können und beschloss das Kunstwerk inmitten des Kreisels aufstellen zu lassen.

Mein ursprüngliches Bepflanzungskonzept habe ich daraufhin den neuen Gegebenheiten angepasst und die Zahl der Pflanzen auf dem Kreisel reduziert, da man in dem steilen Schotter weder gut Pflanzlöcher anlegen, noch die Pflanzen pflegen kann. Bleibt zu hoffen, dass mit den blühenden Stauden noch Farbenpracht in das jetzige Grau in Grau dieses verkehrstechnischen Knotenpunktes von Waldenbuch kommt. Auf dass Waldenbuch bei den Durchfahrenden in guter Erinnerung bleibe.

Es kamen schon Vorschläge von Bürgern, den Turm anzumalen, damit man wenigstens sieht, dass es sich um Schokoladentafeln handeln solle oder wenigstens anzustrahlen. Beides wird nicht in Frage kommen. Gegen das Anmalen wird der Künstler etwas haben und außerdem könnte der Schokoturm dann zu sehr nach Werbung aussehen, die im Kreisinneren nicht aufgestellt werden darf. Anstrahlen geht auch nicht, denn, so erfuhren wir bei einem Kontrollbesuch von Frau Höfig vom Regierungspräsidium, „dann würden die Autofahrer zu sehr abgelenkt“.  Ja liebes Deutschland, was wären wir ohne unsere peniblen Verwaltungsvorschriften?

 

Heidrun Rohse

 
 

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